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Tour: Outside Festival

 

Interpret / Band:  Ash

Location:  Peissnitzinsel, Halle/Saale

Datum:  28.06.1996

Kategorie:  Rock

  

  

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Tour: Outside Festival

 

Interpret / Band:  Ash

Location:  Peissnitzinsel, Halle/Saale

Datum:  28.06.1996

Kategorie:  Rock

  

  

Kommentar
Die Brit-Pop-Gruppe Ash trat als zweite Band des Outside-Festivals auf der Peissnitzinsel in Halle auf. Zuvor hatte die deutsche Band Instant Karma für reichlich Stimmung gesorgt und im Anschluss daran folgten die Rock-Legende Iggy Pop und natürlich, als Hauptact des Abends, David Bowie. Wenn Du Näheres zu den anderen Auftritten erfahren möchtest, folge einfach den Links.
 
Kennt jemand von Euch den Film ?Spinal Tap?? Wenn Rob Reiners (der Regisseur dieser Kult-Komödie über das Rockbusiness) den Ash-Auftritt in Halle gesehen hätte, würde es mittlerweile unter Garantie einen zweiten Teil davon geben! ?Ash? verpatzten so ziemlich alles, was man bei einem Auftritt verpatzen kann. Um es vorweg zu nehmen: das Konzert war eine einzige Katastrophe! Aber weil es so grottenschlecht war, hatte es auch wieder einen großen Unterhaltungswert.
 
Genau wie Instant Karma waren auch Ash für mich ein völlig unbeschriebenes Blatt. Die Band war aber offensichtlich damals recht populär, denn nachdem sich ihr Name durch dieses ?einigartige? Konzert bei mir für alle Zeiten im Gedächtnis eingeprägt hatte, fiel mir auf, dass ständig irgendwelche Sachen von Ash auf MTV liefen (Stand 1997). Angesichts des absolut miserablen Auftritts der Band ist diese Popularität für mich kaum nachzuvollziehen.
 
Was von Beginn an auffiel, war die zur Schau getragene Arroganz aller Bandmitglieder. Jeder hielt sich offensichtlich für einen Gott und damit das auch bis in die letzte Reihe klar wurde, brachte man das vorn auf der Bühne mit jeder Geste zur Geltung. Die Band war zu dieser Zeit in Großbritannien so erfolgreich, dass ein solches Gehabe dort vielleicht einen Sinn gemacht hätte. In Halle allerdings, wo kein Mensch sie kannte, erzeugte diese Getue bei den Zuschauern nur geballte Antipathie (zumal gerade kurz zuvor ?Instant Karma? mit ihrem Können und ihrer Natürlichkeit für gute Stimmung gesorgt hatten). Der Gitarrist und Frontman von ?Ash? trug einen grünen Kampfanzug und gab sich alle Mühe cool zu wirken. Vor lauter einstudierter Lässigkeit hatte er aber wohl im Laufe der Zeit verlernt, Gitarre zu spielen. Die von ihm dargebotene Leistung war jedenfalls alles andere als gekonnt. Er befand sich dabei aber in guter Gesellschaft, denn die anderen Bandmitglieder beherrschten ihre Instrumente auch nicht viel besser. Streckenweise fragte man sich wirklich, wie es diese Band bis ins Vorprogramm von David Bowie geschafft hatte. Entweder waren die Burschen an diesem Abend nur total vollgekifft, oder sie ließen ihre Studioplatten von anderen Musikern einspielen.
 
Das Publikum quittierte (nach anfänglichem stillen Erstaunen über soviel musikalisches Unvermögen) den Auftritt mit Pfiffen und Buhrufen. Der Frontmann fand das gar nicht witzig (ein Zeichen dafür, dass er vielleicht doch nicht ganz vollgekifft war) und strafte das Publikum seinerseits mit noch mehr Arroganz, noch mehr Unmusikalität und diversen abfälligen Bemerkungen. Sein hilfloses Grinsen zeigte aber auch, dass ihm die ganze Sache doch irgendwie zu schaffen machte. Von diesem Zeitpunkt an spulte er das restliche Programm (wenn es überhaupt so etwas wie ein Programm gab) nur noch widerwillig herunter und hätte wahrscheinlich auch keine Zugabe gegeben, wenn jemand danach verlangt hätte. Das tat natürlich niemand, denn alle waren sehr froh, als der ganze Spuk dann irgendwann vorüber war.
 
An den Drummer und den zweiten Gitarristen (ich glaube sogar, es war eine Gitarristin) kann ich mich eigentlich gar nicht mehr erinnern. Sie waren einfach zu unbedeutend. Insgesamt betrachtet ist es wahrscheinlich sowieso das Beste, wenn man über den gesamten Auftritt einen Mantel des Schweigens breitet.
 
Doch halt! Damit würden wir dem Haupt-Entertainer, dem Mega-Pechvogel oder besser gesagt dem Un-Musiker des Abends nicht gerecht werden. Die Rede ist vom Bassisten der Band, dessen Namen ich, genau wie die Namen der anderen Bandmitglieder, gar nicht erst nachrecherchiert habe, weil es der Mühe nicht wert gewesen wäre. Der Bassmann ? ein überlanger Lulatsch ? war ein absolutes Monster. Warum er seinen Bass etwa in Höhe der Kniescheiben trug, kann man nur vermuten. Wahrscheinlich hätten seine langen Affenarme sonst nur die Knie blutig gekratzt, aber nicht die Saiten getroffen. Seine Hauptbeschäftigung bestand darin, pausenlos Getränke zu konsumieren. Ein Roadie war (ohne dass ich jetzt übertreiben muss) ständig nur damit beschäftigt, neue Getränke heranzuschleppen. Es war einfach unmenschlich, was der Bursche während des Gigs alles in sich hineingoss. Das ganze Zeug musste natürlich irgendwo wieder heraus aus dem Körper. Bereits nach kurzer Zeit manifestierte sich dieser Umstand auf seinem XXL-T-Shirt in Form eines peinlichen Schwitzflecks, der sich wie die gelbe Pest noch vor dem Ende des ersten Titels über die gesamte Kleidung des Bassmanns ausgebreitet hatte. Nun musste der bedauernswerte Roadie zu den unzähligen 2-Liter-Bechern auch noch wäschekörbeweise Handtücher heranschleppen, um den Schweißfluss seines Meisters wenigstens halbwegs Herr zu werden. Während der ganzen Zeit lief der Bassist wie ein psychisch gestörtes Zootier in seiner Ecke auf und ab. Nach jeder zweiten Runde leerte er einen Großraumbecher. Es war unglaublich! Dabei drosch er wie ein Besessener auf seinen Bass ein. Das konnte nicht gut gehen! Und tatsächlich: nach etwa zwanzig Minuten brach er den Hals seiner Bassgitarre ab! Nicht etwa so, wie Pete Townshend es getan hätte, sondern einfach *Ditsch* beim Drauflosdreschen mit seinem langen Affenarm. Der Roadie stand kurz vor einem Nervenzusammenbruch! Das war einfach zu viel für ihn. Er war schließlich schon mit dem Heranschaffen der ganzen Getränke und dem Auftamponieren des Schweißflusses ausgelastet und musste nun auch noch einen zerbrochenen Bass reparieren! Dieser Umstand verschaffte dem Publikum eine kurze Verschnaufpause, doch leider wurde von der hektischen Crew (viel zu schnell) ein Ersatzinstrument aufgetrieben. Während sich die Band nun endgültig um Kopf und Kragen spielte, versuchte der Roadie (begleitet vom ungläubigen Staunen der Zuschauer) am Bühnenrand den Hals der zerbrochenen Bassgitarre mit Klebeband zu befestigen!!! Das gelang natürlich nicht, zeigte aber auch, dass sich der IQ des Roadies etwa auf dem gleichen Level wie das musikalische Können der Musiker bewegte.
 
Begleitet von erleichterten ?Haut endlich ab!?-Rufen ging dieser fragwürdige Auftritt dann irgendwann zu Ende. Die Band war, wie ihr Name schon sagt, totale Asche.